Maya mein Mädchen

Authentische Geschichte einer jungen Frau auf der Suche nach ihrer Identität

Es ist der erfrischend bildhafte Schreibstil, der einen von der ersten Zeile an das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt:
"Nach einem Anfang habe ich gesucht. Weil es so viele mögliche Anfänge gibt. [...] Anfänge sind sperrig, sie stemmen sich gegen die Idee, dass sie die Öffnung sein sollen. Dass sie dieser kleine Eingang sind, durch den man in die Geschichte schlüpft. Aber mein Leben muss begonnen haben, und diese Geschichte ebenfalls, auch wenn niemand sich erinnern kann."
Hervorragend! Und in diesem Stil geht es weiter. Dabei führt uns die Autorin mit ihrer Protagonistin durch ihren Alltag und in die Tiefen ihrer Seele. Sie lässt uns teilhaben an ihrer Gedankenwelt, die bisweilen urkomisch ist und trotzdem oft die Leere und Verzweiflung dahinter erkennen lässt. Dabei ist die Erzählung nie theratralisch. Sie schafft es durch eine beeindruckende Geschicklichkeit in der Sprache die Dinge nüchtern und prägnant auf den Punkt zu bringen, so dass der Leser nicht nur weiß sondern FÜHLT, was gemeint ist.
 
Das Buch ist spannend und traurig zugleich und es zählt zweifelos zu den Büchern, bei denen ich es bedauerte, es ausgelesen zu haben.

Autor(en): Gyde Callesen
Genre: Roman/Biographie
Seiten: 202
Erstausgabe: 2003
ISBN: 978-3932497988
Verlag: Wiesenburg
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